NF-Drums Snare BMB1407

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Meine erste "Eigenbau-Snare"

Allgemeines:
Seit meinem 13. Lebensjahr trommle ich hobbymäßig und eigentlich wollte ich immer schon mal eine Snare Drum selber bauen. Das liegt vielleicht auch daran, dass mein Vater Tischler ist, und wir eine kleine aber feine Tischlerei zu Hause hatten, wo ich immer mitarbeiten durfte. Ab dem Jahr 2000 etwa beschäftige ich mich auch mit dem Thema „Vintage“ und dem Restaurieren von Drum Sets, dabei habe ich enorm viel über das Fertigen von Trommeln gelernt.

Modellbezeichnung und Finish:
NF-Drums Snare BMB1407
Shell: Beech with Birds Eye Maple Finish (Made in Germany)

S/N: 2010-01, Manufactured in Austria

Die genaue Modellbezeichnung meiner Snare lautet BMB1407, diese Buchstabenkombination bedeutet Beech with Birds Eye Maple Finish, im Maße 14" x 7". Das Oberfächen-Finish ist natur, die Veredelung besteht nur aus Leinöl und die Oberfäche ist nicht durch Lack versiegelt! Gerade diese natürliche Belassenheit wirkt sehr edel. Innen ist der Kessel unbearbeitet, nur sauber fein geschliffen.

Im Jahr 2010 habe ich mich dann entschlossen für das erste Eigenbau-Projekt einen Kessel zu kaufen, der bereits mit Gratungen und dem Snarebed versehen, aber roh und ohne Bohrungen ist. Zumindest die wollte ich selbst machen, genauso die Oberflächenveredelung. Also habe ich mich von einigen Anbietern von Trommelkessel beraten lassen, und mich dann für einen deutschen Lieferanten entschieden. Ausschlaggebend war, dass ich unbedingt einen Kessel mit der Außenfurnier „Vogelaugenahorn“, sowie mattierte Hardware wollte, die mein Lieferant z. T. in der eigenen Werkstatt bürsten lässt. Beim Kesselmaterial selbst habe ich Buche gewählt, der sogar in Deutschland hergestellt wird. Der Kessel wie beschrieben kostet 187,- €, die mattierte Hardware 270,- €, wobei der Strainer von Nickelworks nicht gebürstet ist. Hier nochmals zur Übersicht die technischen Daten der Zukaufteile:

Kessel

Hardware

Von mir beigesteuert wurden außerdem:

 

Aus Kostengründen orderte ich in zwei Teilen, zuerst den Kessel und etwas später die Hardware. Nachdem die Beträge überwiesen wurden, erfolgte zügig die Lieferung der Teile. Nun erfolgte aber die Ernüchterung, erstens war beim Kessel die Ausführung der Gratungen nicht so wie abgesprochen (meiner Meinung war die Schlagseite etwas zu rund ausgefallen), zweitens ließ die manuelle Bürstung der Böckchen sehr zu wünschen übrig (hier habe ich mir für so viel Geld höhere Qualität erwartet). Ganz anders die äußere Furnier des Vogelaugenahorns, die war echt spitze und entsprach meinen hohen Erwartungen. Etwas niedergeschlagen von den „kleinen Mängeln“ stellte ich das Projekt noch vor dem eigentlichen Beginn ein und lagerte die Teile in der Tischlerei meines Vaters, das war im Dezember 2010.

 

Fertigungsschritte: 

Nach mehr als einem Jahr, im Januar 2012 fasste ich den Entschluss, die Trommel doch fertig zu stellen, und zwar ohne dass ich die Gratungen und die Böckchen nachbearbeiten ließ! Da mir immer schon klar war, dass ich die äußere Oberfläche der Trommel nicht lackieren werde, sondern nur ölen, bat ich meinen Vater, die Trommel in mehreren Durchgängen mit Leinöl zu imprägnieren, in der Hoffnung, dass das Vogelaugenahorn besonders gut zur Geltung kam. Nachdem ich den Kessel zum ersten Mal geölt sah, wusste ich, dass ich mich richtig entschieden hatte, die Oberfläche war ein Traum!

 

Zuvor hatte ich alle Bohrungen angezeichnet und mit einem kleinen Bohrer „angeritzt“ (aber nicht durchgebohrt), damit beim Imprägnieren kein Öl in die Innenseite dringen kann. Die Innenseite blieb natur und man kann sehr schön die Buchenmaserung sehen. Nach ca. vier Wochen war die Imprägnierung so trocken, dass man den Kessel weiter bearbeiten konnte. Ich habe dann alle Bohrungen durchgeführt und die Hardware montiert. Außer den zu kurzen Schrauben am Strainer hat alles auf Anhieb gepasst.

 

Ausführung:
Kurz noch zur Verarbeitungsqualität des Kessels: Er hat enormes Untermaß, so dass ich schon Angst hatte, ob hier die Felle auch wirklich passen würden, aber dies war unbegründet. Der große Vorteil des Untermaßes ist, dass die Felle absolut frei schwingen können. Die Toleranz des Durchmessers von knapp über 1mm geht in Ordnung. Die Verleimung der einzelnen Schichten selbst ist meiner Meinung nach bestens gemacht, auch die nachträgliche Anbringung der äußeren Furnier aus Vogelaugenahorn ist perfekt, die Zusammenstöße außen und innen sind sehr sauber gearbeitet. Der obere Kesselrand war fast 100% plan, nur wenig Licht schien bei der Taschenlampenkontrolle durch den Spalt zu meiner Richtplatte aus geschliffenem Stein. Das Snarebed war auf beiden Seiten gleich tief eingefräst. Die Gratungen selbst habe ich als sehr präzise empfunden - an der
Resonanzseite führt sie auf eine scharfe Kante zusammen, an der Schlagseite ist sie allerdings sehr "kurz" ausgefallen und die Kante ist innen und außen abgerundet, wodurch die Fellauflage schon als "ziemlich breit" beschrieben werden kann.

 

Finish:
Die optische Wirkung meiner selbstgebauten Trommel ist so, wie ich mir das gewünscht hatte, einfach genial. Die matt gebürstete Hardware hebt sich gut von dem goldgelben Vogelaugenahorn ab, tritt aber nicht zu sehr in den Vordergrund. Die durchgehenden Spannböckchen sehen ein wenig „Vintage“-mäßig aus, andererseits wirkt die Abhebung aber wieder sehr modern, so dass sich ein ansprechender „Mixed-Look“ ergibt. Dass die Bone-Lugs nicht nur nett anzusehen, sondern auch noch sinnvoll sind, erklärt sich durch die eingesparten Bohrungen für weitere Schrauben bei Einzel-Lugs, sowie die geringere Auflagefläche der Böckchen am Kessel: Ein direkter Kraftausgleich der Fellspannungen verhindert eine zu hohe Belastung eines einzelnen Böckchens.

 

Abhebung und Spiralteppich:
Die einseitige Teppich-Abhebung mit normaler Teppichbefestigung am Butt-End ist eher klassisch ausgeführt, kein technischen Firlefanz. Der Nickelworks-Strainer besticht durch nachhaltige Leichtgängigkeit und Stabilität, sowie mit einer feinfühligen Teppichverstellung. Beim Snare-Teppich habe ich ein wenig experimentiert. Von 20-spiraligen Tama Carbon-Teppich über den 30-spiraligen Puresound bis zum 42-spiraligem Masshoff (den ich auf meiner Kupfer-Snare verwende) habe ich alles probiert und bin dann schließlich beim 24-spiraligen Sonor Stahl-Teppich gelandet. Dieses deutsche Qualitätsprodukt, das in Handarbeit hergestellt wird, kam meiner Soundvorstellung am nächsten. Perfekt verarbeitet schmiegt er sich wie maßgeschneidert in das vertiefte Snarebed.

 

Sound:

Nun zum Wichtigsten – zum Sound: Zuerst wurde das Resonanzfell aufgezogen, der Snare-Teppich montiert und dann wiederrum mit verschiedenen Schlagfellen experimentiert. Da meine Erwartungshaltung auf Grund der rundlichen Gratung nicht allzu groß war, wurde ich auch nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil, zu meiner eigenen Überraschung ließ sich hier doch ein ganz ansehnlicher Sound herausholen, und zwar mit der Befellung, die ich von Anfang an vorgesehen hatte. Prinzipiell einmal tief mit viel Volumen, was ja an Hand der Kesselmaße zu erwarten ist, aber auch mit schönem Ton und erstaunlicher Präzision.

 

Der 7" tiefe Kessel scheint bei seinen 14" Durchmesser ein guter Kompromiss zwischen der Präzision einer kleineren Snare und dem Volumen einer tieferen zu sein. Teppich-Ansprache und Soundfülle halten sich die Waage, das Sustain ist natürlich variabel, aber in jeder Stimmung klingt die Trommel angenehm aus. Allerdings liegt das Spezialgebiet der Snare nicht unbedingt im tief gestimmten Bereich, erst bei etwas höherem Tuning kommt ihr natürlicher Ton so richtig zu Geltung. Erst dann spricht der Kessel optimal an und entfaltet seinen mächtigen Klang, der nicht unbedingt mit einem klassischen Snare-Sound zu vergleichen ist, aber das wollte ich ja bei dieser Trommel auch bewusst nicht!

 

Im Gegenteil, ich habe vor gehabt, mich mit dieser Snare von der breiten Masse abzuheben, was - denke ich – trotz allem ganz gut gelungen ist. Diese Snare besticht durch Eigenständigkeit in ihrem Klangverhalten, mit extrem druckvollen Mitten, aber auch den erforderlichen Tiefen, für dessen Zusammenspiel man nicht sofort ein gängiges Attribut finden kann. Die Gussspannreifen verlängern das Sustain ein wenig in die positive Richtung und mischen ein paar höhere Frequenzen hinzu, was dem Sound gut tut. Rim-Shots sind der echte Knaller, da wird diese Trommel zur Killer-Snare.

 

Das Tuningverhalten selbst ist natürlich limitiert, so richtig hochstimmen kann man das Ding nicht, was aber bei den Maßen selbstredend ist.

 

Fazit:
Für den Gesamtpreis von etwas mehr als 530,- € habe ich mit relativ geringem Arbeitsaufwand meine erste Eigenbau-Snare realisiert, mit der ich nun nach einige Wochen „Zusammenleben“ doch zufrieden bin, trotz der beschriebenen leichten Mängel. Eines ist aber 100% sicher:

Es wird nicht meine letzte Trommel sein, die ich selber produziere!

Fotos:

 

gueneu 26.11.2012 20:38